Striglhütte

Seinerzeit

Die Seite „Seinerzeit“ ist der Ort für Bilder und Erzählungen aus alten Zeiten. Wer hier Beiträge beisteuern will, ist herzlich willkommen.
Gefragt sind Fotos und Erinnerungen: über die Leute aus dem Dorf, über das Dorfleben, über die Arbeitswelt, über Wald und Flur usw.

Beiträge:

Beim Kloskappele

Unsere Kirche im Jahr 1906

Tanzmusik „EDELWEISS“

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Beim Kloskåppele

Sommer 1939
Willi Tosch, der Wiener Fotograf, steht am Maueracker beim Kåppele und richtet seinen Blick nach Westen. (Foto: Willi Tosch, erhalten von Margreth Kranebitter)

Oktober 1961
Das Kåppele ist in die Jahre gekommen, im Hintergrund das Fertlhaus. (Foto: Hugo Ruef)

Als unsere Kirche noch von Äckern umgeben war

Die Fotografie aus dem Jahre 1906 gehört zu den ältesten Aufnahmen in Oberhofen. Sie zeigt Einzelheiten des imposanten Kirchenbaus, die der Vergangenheit angehören. Der Zwiebelturm war damals schindelgedeckt und am Kirchendach erkennt man helle Ornamentik. Die Sakristei auf der Südseite und der mächtige Anbau auf der Ostseite (die Totenkapelle und das Fahnenhaus) wurden Anfang der 1970er Jahre abgerissen. Bemerkenswert sind drei fast lebensgroße Figuren an exponierter Stelle am Ziergiebel. Laut F. Caramelle (Heimatbuch S. 151) waren es qualitätsvolle barocke Figuren der Immaculata, des Laurentius und des Johannes d. T. Sie wurden bei der Außenrestaurierung 1928 wegen starker Verwitterung abgenommen und sind seitdem verschollen. Östlich der alten Friedhofsmauer breitet sich der Erdäpfelacker der Hansl’s Anna aus – heute teils Friedhof teils Dorfplatz. (Foto: Weber phot. Kunstanstalt, Bregenz)

Ende der 1950er Jahre oder Anfang 1960, Faschingsball beim Rimml. Vor der Kulisse der Theaterbühne spielt die legendäre Tanzmusik „Edelweiss“.

Im Bild von links: Geis´n Josef (Harmonika), Ander´s Willi (Trompete), Ander´s Friedrich (Saxophon) und Walter Seiwald (Schlagzeug).

Walter Seiwald berichtet uns über die Entstehung der Edelweiss-Musi, die in den 1950er Jahren in Telfs ihren Anfang nahm:
Der exzellente Harmonikaspieler, Josef Trenkwalder (Geis´n Josef) war Mitglied der damaligen 5-Mann Kapelle „Die Strieglmusi“ in Telfs, welche mein Onkel Hansl Striegl leitete.
Als im Jahre 1953 oder 1954 (genau weiß ich es auch nicht mehr) der Schlagzeuger plötzlich verstarb und in nächster Zeit noch viele zugesagte Spielereien fällig waren, wollte der Onkel mich in einem 14 tägigen Schnellkurs als Schlagzeuger einschulen, um den Fortbestand der Kapelle zu sichern. Ich war damals 15 oder 16 Jahre alt.
Noch im selben Jahr ist auch der Klarinettist tödlich verunglückt, so dass der Waldhart Willi als Nachfolger in die Kapelle aufgenommen wurde. Wir spielten noch ein paar Jahre als 4-Mannkapelle mit dem Onkel, bis dieser aus Gesundheitsgründen aufhören musste.

Nun beschlossen Josef und Willi eine neue Kapelle mit dem Trompeter Josef Puelacher zu gründen – unter dem Namen „Edelweiss.“ Das Gründungsjahr weiß ich nicht mehr. Unsere Besetzung war nun Harmonika, Trompete oder Flügelhorn, Saxophon, Klarinette und Schlagzeug. Als der Puelacher Josef nach einigen Jahren aufhörte, kam der Waldhart Friedrich mit dem Saxophon als Ersatz zu uns.

Unser Spielgut waren Inntaler Stücke, aber auch die aufkommende moderne Musik, wie Rock ’n’ Roll, Twist, Fox und Blues, sowie die aktuellen Schlager. Diese moderne Richtung wurde von Josef oder Willi für unsere Besetzung arrangiert. In den letzten Jahren unseres Bestehens wurde sogar noch in eine einfache Verstärkeranlage investiert, um auf dem modernen Stand, vor allem mit Gesang, zu sein. Wir spielten zusammen bis zum Jahre 1965 oder 1966. Wir waren gut bekannt und spielten im weiten Umfeld von Haiming bis Scharnitz.

Herzlichen Dank an Walter für die Bandgeschichte und an Willi für das Kultfoto! Sollten noch weitere Bilder der Combo auftauchen oder gar Anekdoten, bitte die Chronisten zu kontaktieren. Wir danken im Voraus!

Quellennachweis: Heimatmuseum Oberhofen